ZBH - das Unternehmen

Unsere Arbeit auf den Punkt?

Wir geben der Stadt ein Gesicht.

Sachstand zu den Straßensanierungen in Marl

Für welche Straßen ist die Stadt Marl zuständig?
Die Straßen, ihre Nebenanlagen sowie die lngenieurbauwerke – Brücken - bilden in einer Kommune einen wesentlichen Bestandteil des städtischen Vermögens. Nach dem Straßen- und Wegegesetz NRW ist die Stadt Marl für ein Straßennetz von insgesamt 520 km verantwortlich. Darunter fallen 370 km Gemeindestraßen und 120 km Wirtschaftswege.

Weitere 30 km klassifizierte Straßen, das sind die Bundes-, Landes- und Kreisstraßen innerhalb der geschlossenen Ortschaft, stehen ebenfalls aufgrund der straßenrechtlichen Regelungen (bei Kommunen mit mehr als 80.000 Einwohnern) in der Baulast der Stadt Marl. Als Baulastträger des Straßennetzes trägt die Stadt Marl auch hier die Verantwortung für eine sichere Nutzung. Dazu sind die Straßen dauerhaft zu unterhalten und gegebenenfalls zu erneuern. Durch die Nutzung, witterungsbedingte Umwelteinflüsse, Straßenaufbrüche sowie durch Alterung unterliegen die Verkehrseinrichtungen einer Abnutzung. Dieser wird im jährlichen Werteverzehr, der Abschreibung, dokumentiert.

 

Die Stadt Marl ist seit 2012 Stärkungspaktkommune und unterlag auch bereits zuvor Haushaltsrestriktionen. Die Möglichkeit in das lnfrastrukturvermögen der Stadt Marl zu investieren sind dadurch begrenzt und zu priorisieren. In der Gesamtbetrachtung der Handlungsnotwendigkeiten der Stadt Marl wurden die notwendigen Investitionen in die Gebäudesanierung - insbesondere der Schulen und Kindertageseinrichtungen - aufgrund gesetzlicher Anforderungen und politischer Willensbildung als vorrangig eingestuft und entsprechend realisiert. Da die lnvestitionsmöglichkeiten begrenzt sind, konnte in der Folge nicht genügend in die Sanierung und den Werterhalt der lnfrastruktur Straßen investiert werden. Vielmehr war die Aufrechterhaltung eines verkehrssicheren Zustands Ziel der Straßenunterhaltung. Dieser materielle Substanzverlust der Bauwerke reduziert damit das Anlagevermögen der Kommune. Die lnvestitionsquote der vergangenen Jahre unterschreitet den Werteverzehr deutlich.
Insgesamt ist jedoch festzuhalten, dass die verkehrssichere Nutzung der Straßen jederzeit gewährleistet wird und generell nicht mit dem grundsätzlich Sanierungsbedarf der Decke in Verbindung steht. So ist eine mit Kaltasphalt ausgebesserte Straße immer noch verkehrssicher!

 

 

 

Der zunehmende Alterungsprozess der Straßen hat die Handlungsnotwendigkeit hinsichtlich der Verkehrsinfrastruktur stetig erhöht. Dem folgend verstärkt die Stadt Marl ihre Anstrengungen, die Straßen zu sanieren. Entsprechend der Verkehrswichtigkeit werden in diesem Rahmen primär Hauptverkehrsstraßen in den Blick genommen.
Die Stadt Marl listet seit Jahren die Straßen mit dem höchsten Sanierungsbedarf in einem „Straßensanierungsprogramm" auf und arbeitet diese mit Hilfe der bereitgestellten Haushaltsmittel und unter Einbeziehung von Fördermöglichkeiten so schnell und so gut wie möglich ab.

 

 

Trotz der finanziellen Restriktionen ist die Personalsituation bei der Verwaltung über die beschriebene Entwicklung verbessert worden. In den Abteilungen Straßenbau und Stadtentwässerung des ZBH konnten neue Stellen eingerichtet werden. Die Besetzung der neu eingerichteten Stellen oder die Wiederbesetzung freier lngenieurstellen gestaltet sich jedoch als schwierig. Dies ist jedoch kein allein auf Marl zutreffender Umstand. Der gesamte Markt der Ingenieurleistungen ist sehr angespannt. Seit Jahren verschärft sich dieser Fachkräftemangel noch. Zudem kommt, dass auch im Segment tätige Ingenieurbüros, die diese Leistung erbringen könnten, über übervolle Auftragsbücher verfügen.

Zudem ist festzuhalten, dass auch die Erledigung von Aufgaben durch externe Ingenieure eigenes Personal bindet. So sind Leistungen zu beschreiben und zu vergeben. lm Weiteren ist die enge inhaltliche Abstimmung der Aufgabe, von der Aufstellung des Leistungsverzeichnisses über die Begleitung der Maßnahme und des Koordinierens mit Behörden und Bürgern bis hin zur Abrechnung mit eigener Kapazität, sicherzustellen. Je nach Komplexität des Projektes ist von einem Viertel bis zu einem Drittel einer Stelle auszugehen. Zur Aufgabenerledigung von Sanierungsprojekten wurde aber auch darauf zurückgegriffen. Die Verwaltung hat sich jedoch diesen Herausforderungen gestellt und im Zusammenspiel der vorhandenen Möglichkeiten viele Projekte realisiert und für die Zukunft strukturiert.

Für die Straßenunterhaltung setzt der ZBH grundsätzlich drei Verfahren ein:
1. Zur Behebung von akuten Schäden, insbesondere von Schlaglöchern während der Winterzeit, setzt der ZBH Kaltasphalt ein. Dieses Material stellt lediglich eine Notreparatur dar, damit die Verkehrssicherheit gewährleistet ist und ersetzt auf keinen Fall eine solide Sanierung.

2. Um verbrauchte und verschlissene Deckschichten zu sanieren, wird nur die obere Schicht abgefräst und durch eine neue Deckschicht ersetzt. So kann der gesamte Straßenaufbau weiter genutzt werden. Eine Grunderneuerung fällt erst später an. Diese Oberflächensanierung wurde zum Beispiel erfolgreich auf der Herzlia-Allee oder der Willy-Brandt-Allee angewendet. Das vorgenannte Ersetzen der Deckschicht kann mittels einer Oberflächenbehandlung für einen begrenzten Zeitraum noch hinausgeschoben werden. Auf die durch Feinrisse geschädigte Deckschicht wird eine Oberflächenbehandlung aufgetragen. Die aufgebrachte Bitumenemulsion dichtet die beginnende Rissbildung ab, durch den aufgetragenen Splitt bleibt die Fahrbahn befahrbar und ist gegenüber den Witterungseinflüssen und verkehrlichen Belastungen geschützt. Beispiele hierfür sind die Sickingmühler Straße oder der östliche Bereich der Breddenkampstraße. Die Kosten für diese Verfahren werden jährlich aus dem Straßenunterhaltungskonto des Wirtschaftsplanes getragen.

3. Bei Straßen, die ihre Substanz aufgebraucht haben und deren Aufbau keine wirtschaftliche Unterhaltung mehr rechtfertigt, verbleibt nur noch die grundhafte Sanierung. Hierbei werden bei den klassifizierten Bundes-, Landes-, und Kreisstraßen oder verkehrswichtigen Hauptverkehrsstraßen Zuschüsse beantragt, um den städtischen Eigenanteil zu reduzieren. Sonderprogramme werden ebenfalls beansprucht bzw. genutzt.

 

 

 

Im Zusammenhang mit notwendigen Sanierungen der Entwässerung bearbeitet der ZBH auch die Straßen in den Wohnsiedlungen. In den allermeisten Fällen geschieht die Sanierung in offener Bauweise, das heißt, die Straße wird geöffnet und der Kanal ausgetauscht. lm Anschluss daran wird die Straßenoberfläche wieder hergestellt. Als Zusatznutzen entsteht somit eine erneuerte Fahrbahn. Über diesen Weg sind in den letzten Jahren eine Vielzahl von Straßen nutzbringend bearbeitet worden.

 

 

 

 

Um zu verdeutlichen, welche Projekte bereits realisiert wurden, sei im Folgenden der Zeitraum von 2014 bis 2018 im Detail betrachtet. In der Summe sind in diesemImage Zeitraum Investitionen in die Erneuerung der Straßenoberfläche von mehr als 13 Mio. Euro geflossen.
Aus dem Straßenbau wurden in den Jahren 2014-2018 folgende Maßnahmen durchgeführt:
•    Bergstraße-Victoriastraße - 3. und 4. Bauabschnitt zwischen Römerstraße und
    Ziegeleistraße
•    Quartiersplatz Max-Reger-Straße
•    Deckensanierung Halterner Straße / Hülsbergstraße
•    Endausbau In de Flaslänne
•    Fertigstellung der Astrid-Lindgren-Straße
•    Breddenkampstraße zwischen Paul-Schneider-Straße und Langehegge
    Heisterkampstraße zwischen Bergstraße und Paul-Schneider-Straße und
    Teilstück Breddenkampstraße
•    Deckensanierungen im Gewerbegebiet Elbestraße
•    Deckensanierungen im Bereich Willy-Brandt-Allee und Herzlia-Allee
•    Sanierung der Brücke Rottstraße
•    Geh- und Radwege Hülsbergstraße
•    Fertigstellung Vollrathskamp und Elisabethstraße
•    Oberflächenbehandlungen Sickingmühler Straße, Hülsbergstraße und Breddenkampstraße

Diese Aufwendungen werden aus dem städtischen Haushalt als Straßenbauinvestitionen finanziert. Daneben wurden einige größere Erschließungsmaßnahmen mit Personaleinsatz von Seiten des Straßenbaus begleitet:
•    Fertigstellung von Baugebieten (In den Loeauen, Budapester Straße, In den Orthöfen-Wellerfeldweg)
•    Teilfertigstellung der Baugebiete (Gartenstadt-Neue Schlenke, An St. Heinrich, Franz-Emschermann-Straße) als Begleitung der privaten Erschließungsträger

 

 

 

 

Der ZBH beabsichtigt im Kalenderjahr 2019/2020 folgende Straßenbaumaßnahmen bzw. eine Gewässerausbau- und Brückenbaumaßnahme im Gesamtvolumen von 7,75 Mio. Euro durchzuführen:
⦁    Römerstraße - 1. und 2. Bauabschnitt (Straßenausbau nach Förderrichtlinien)
⦁    Langehegge - Lärmsanierung - Kommunalinvestitionsförderungsgesetz
⦁    Brassertstraße - Lärmsanierung - Kommunalinvestitionsförderungsgesetz
⦁    Park & Ride-Plätze Bahnhof Sinsen und Gräwenkolkstraße - ÖPNV-Förderung
⦁    Ersatzneubau der Fuß- und Radwegbrücke über den Sickingmühlenbach an der Lessingstraße
Daneben werden folgende Deckensanierungen vorbereitet:
⦁    Deckensanierung Herzlia-Allee von der Pommernstraße bis zur Bergstraße
⦁    Deckensanierung Paul-Baumann-Straße
Folgende Maßnahmen mit einem Volumen von 1,35 Mio. Euro sind bereits vergeben und in der Durchführung:
•    Bushaltestellen - Barrierefreie Umgestaltung – Kommunalinvestitionsförderungsgesetz
•    Dümmerbach - Erstellung einer Flutmulde mit ökologischer Verbesserung des Dümmerbachs und Erneuerung des Einlaufbauwerkes
•    Ringerottstraße - Endgültige Fertigstellung

In den Jahren 2014 bis 2019 wurden daneben durch die Abteilung Stadtentwässerung des ZBH diverse Oberflächenwiederherstellungen in Zusammenhang mit Kanalbaumaßnahmen durchgeführt. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass erst im Jahr 2016 vakante Stellen besetzt werden konnten.
Die positiven Auswirkungen dieser Stellenbesetzungen machten sich schon ab 2017 bemerkbar. Der Kanalbau arbeitet außerordentlich erfolgreich und überschreitet mit dem Volumen der umgesetzten Baumaßnahmen die Abschreibungsquote deutlich!
In einzelnen wurden folgende Maßnahmen in den Jahren 2014 bis 2018 mit einer Bausumme von über 20 Mio. Euro durchgeführt:
⦁    Schützenstraße, Kerkenkamp, Brüggenpoth
⦁    Nonnenbusch
⦁    Hülsstraße
⦁    Silvertstraße, Cheruskerstraße
⦁    Karl-Liebknecht-Straße, Saarlandstraße, Wiesenstraße
⦁    Hervester Straße (Schillerstraße, Matthias-Claudiusstraße) und Hebbelstraße
⦁    Lessingstraße (Bereich Einmündung Car|~Duisberg-Straße bis Hausnummer 13)
⦁    Goethestraße (Bogenstraße, Ringstraße), Schillerstraße (Goethestraße Hausnummer 107) Uhlandstraße und Rilkestraße, Bonifatiusstraße (Agnesstraße,
⦁    Gerdastraße)
⦁    Ophoffstraße
⦁    Max-Planck-Straße (Hagenstraße, Gaußstraße)
⦁    Dammstraße, Friedrich-Ebert-Straße, Vikariestraße
⦁    Kniestraße, Gerhard-Jüttner Weg, Julius-Leber-Straße
⦁    An Knickershütt, Borgsheider Weg, Birkenbusch
⦁    Habichtstraße
⦁    Bussardstraße, Kranichstraße
⦁    Kaspar-Grove-Straße (Hembrauk bis Brücke Weierbach)
⦁    Hermann-Löns-Straße
⦁    Nachtigallenweg/Möwenweg/Schwalbenstraße
⦁    Siebenwinkel
⦁    Friedhofstraße (Dorfstraße bis Oberkamp), Hellweg
⦁    Ovelheider Weg (Max-Reger-Straße bis Georg-Herwegh-Straße)
⦁    Schwabenstraße, Frankenstraße, Thüringer Straße
⦁    Beethovenstraße
⦁    Meisenstraße

Aktuell laufen noch diese Maßnahmen, die 2019 beendet werden:
•    Hessische Straße, Rheinische Straße, Im Frett, Schürenkamp
•    Heyerhoffstraße
•    Gräwenkolkstraße
•    Brassertstraße
•    Bartholomäusstraße

 

 

 

 

In den Jahren 2019/2020 sollen noch die folgenden Kanalbaumaßnamen mit Oberflächenwiederherstellungen im Gesamtvolumen von 11,5 Mio. begonnen werden:
Druckrohrleitung Lipper Weg über Rappaportstraße und Kampstraße (Rappaportstraße bis Dümmer Weg) - ab Sommer 2019
⦁    Langenbochumer Straße - 3. Quartal 2019
⦁    Pommernstraße, Westfalenstraße, Drewerstraße - 4. Quartal2019
⦁    Märkische Straße - 3.Quartal 2019
⦁    Obersinsener Straße, Neulandstraße - 4. Quartal 2019
⦁    Kinderheimstraße (Bergstraße-lm Spanenkamp) - 4.Quartal 2019
⦁    Gaußstraße, Max-Planck-Straße, Röntgenstraße - 2020
⦁    Heyerhoffstraße, Siegfriedstraße, Widukindstraße, Wielandstraße,
        Nibelungenstraße - Ende 2020

In der Zusammenstellung der Kanalbaumaßnahmen sind nur Maßnahmen berücksichtigt, in denen auch die Straßenoberfläche wiederhergestellt wurde. Regenrückhaltebecken und Linermaßnahmen sind hierbei nicht berücksichtigt.
Die Verwaltung arbeitet mit Hochdruck an den Sanierungsprojekten zur Optimierung der städtischen Verkehrsinfrastruktur. Dabei ist die Verwaltung bemüht, die Belastung der Bürgerinnen und Bürger auf ein geringstmögliches Maß zu reduzieren. Die Reihenfolge der Sanierungsprojekte ergibt sich ausschließlich aus technischen oder planerischen Gründen bzw. wird aus Fördermaßnahmen bestimmt. Ein zeitnaher und vollständiger Abbau der über Jahre entstandenen Aufgaben ist auch unter Einsatz allen bereitgestellten Personals, Einbeziehung von geeigneten Ingenieurbüros und der zur Verfügung stehenden Mittel nicht möglich. lm Zusammenhang mit Tiefbaumaßnahmen ist ergänzend darauf hinzuweisen, dass es sich bei einer stetig steigenden Anzahl von öffentlichen Vergaben bei gleichzeitiger Reduzierung der Anzahl verfügbarer Tiefbauunternehmen immer schwieriger wird, im Zuge der Ausschreibung geeignete Firmen für die Maßnahmen zu gewinnen.