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Visuelle Baumkontrollen im Wald

Nach § 14 Bundeswaldgesetz und § 2 Landesforstgesetz ist das Betreten des Waldes zu Erholungszwecken jedermann gestattet. Die Benutzung des Waldes geschieht jedoch auf eigene Gefahr. Dem Waldbesitzer, der das Betreten des Waldes dulden muss, sollen dadurch keine besonderen Sorgfalts- und Verkehrssicherungspflichten erwachsen. Er haftet deshalb nicht für waldtypische Gefahren, sondern nur für solche Gefahren, die im Wald atypisch sind.
Zu den waldtypischen Gefahren zählen solche, die sich aus der Natur ergeben wie zum Beispiel Trockenäste und Kronenbrüche. Auch die Gefahr eines Astbruches ist grundsätzlich eine waldtypische Gefahr. Nach dem Urteil des Bundesgerichtshofes vom 2. Oktober 2012 wird sie nicht deshalb zu einer im Wald atypischen Gefahr (für die der Waldbesitzer einzustehen hätte), weil ein geschulter Baumkontrolleur sie erkennen könne.

Regelmäßige Kontrolle
Bei Waldbäumen entlang von öffentlichen Straßen, Eisenbahnlinien, Bebauung am Waldrand, Erholungseinrichtungen wie zum Beispiel Ruhebänken, Schutzhütten und Waldlehrpfaden gilt der Grundsatz, dass von diesen keine Gefahren für die Verkehrsteilnehmer ausgehen dürfen - auch keine waldtypischen Gefahren. Daher müssen diese Bäume in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden. Regelkontrollen sind von Personen durchzuführen, die über ausreichend Fachkenntnisse verfügen. Die Kontrollen sollten abwechselnd im belaubten und unbelaubtem Zustand zum Beispiel im 18-Monate-Intervall - durchgeführt werden. Die Regelkontrolle ist in Form von Sichtkontrollen durch fachlich qualifizierte lnaugenscheinnahme vom Boden aus durchzuführen. Dabei ist jeder Baum einzeln und von allen Seiten im Kronen-, im Stamm-, im Wurzelanlauf und im Wurzelbereich unter Einbeziehung des Baumumfeldes visuell zu kontrollieren. Über die Kontrolle zur Verkehrssicherheit ist ein Nachweis zu führen. Ort, Datum, Signatur, beurteilte Bäume, das Ergebnis der Kontrolle sowie Maßnahmen (mit Zeitraumangabe) zur Herstellung der Verkehrssicherheit sind festzuhalten. Bei Waldbeständen empfiehlt es sich zu dokumentieren, dass jeder Baum in dem bezeichneten Areal kontrolliert wurde, aber nur die Bäume erfasst werden, bei denen Maßnahmen aus Gründen der Verkehrssicherheit erforderlich sind.
Wald und Holz NRW bietet Waldbesitzenden diese Form der „visuellen Baumkontrolle" als Dienstleistung an. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an das Regionalforstamt Niederrhein.


Quelle: Publikationen und Schriften des Landesforstamts NRW