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Thema: Verkehrssicherung im und am Wald

Hier erhalten Sie Informationen zum Thema „Verkehrssicherung im und am Wald“. Die Stadt Marl trägt als Grundeigentümerin Verantwortung für ihren Wald, sie ist verkehrssicherungspflichtig. Dies betrifft in erster Linie die Waldaußenränder entlang von Bebauung und dem öffentlichen Verkehr gewidmeten Verkehrswegen.

Verkehrssicherheit ist Richterrecht
Nach der geltenden Rechtsprechung – „Verkehrssicherung“ ist nicht gesetzlich geregelt, sondern sogenanntes „Richterrecht“ – muss die Stadt Marl ihren Wald auf Gefahren kontrollieren, welche die Verkehrssicherheit beeinträchtigen. Maßstab ist hier die „berechtigte Sicherheitserwartung des Verkehrs“. Gegebenenfalls ist es erforderlich, Maßnahmen zu ergreifen, um den verkehrssicheren Zustand wieder herzustellen. Sie muss aber nicht für alle denkbaren Gefahren Vorsorge treffen, sondern es muss auch zumutbar sein.

Zertifizierte Baumkontrolleure unterwegs
Die Stadt Marl hat sich entschlossen, diese „visuelle Baumkontrolle“ (mehr dazu hier) durch speziell geschulte Fachleute des Regionalforstamts Ruhrgebiet von Wald und Holz NRW durchführen zu lassen. Die mit der Durchführung beauftragten Mitarbeiter des Regionalforstamtes verfügen neben ihrem forstfachlichen Studium über eine spezielle Wald-und-Holz-interne Zusatzausbildung sowie über das begehrte Zertifikat „FLL-zertifizierter Baumkontrolleur“. Die Baumkontrollrichtlinien der FLL e. V. 1) sind auch in NRW durch Obergerichte anerkannter „Stand der Technik“ und sind zwischen Baum- und Forstfachleuten sowie Juristen abgestimmt.

Wald und Holz sorgt dafür, dass auch die durch die FLL e. V. vorgeschriebenen jährlichen Fortbildungsmaßnahmen durchgeführt werden und die FLL-zertifizierten Mitarbeiter ständig „fit“ sind.

Die Stadt Marl hat sich für die Fachleute von Wald und Holz NRW entschieden, weil durch die forstfachliche Qualifikation der Baumkontrolleure sichergestellt ist.

Welche Bäume werden gefällt?
Dazu ist es manchmal nötig, dass große Bäume gefällt werden müssen. Es ist nicht immer erforderlich, dass Bäume im Inneren bereits soweit verfault sind, dass sie standunsicher sind. Es gibt eine Menge Anzeichen, die einen Baumkontrolleur dazu veranlassen, einen Baum zur Fällung vorzuschlagen oder zu anderen, die Verkehrssicherheit wieder herstellenden Maßnahmen veranlassen. Genau das macht den Unterschied in der Betrachtung eines Baumindividuums durch einen interessierten, aber nicht ausgebildeten Laien und einem Fachmann aus.

Regelkontrolle nach Richtlinie
Wie geht ein Baumkontrolleur vor? Er führt nach den FLL-Baumkontrollrichtlinien eine so genannte „Regelkontrolle“, ein im Rahmen der Rechtsprechung entwickelter Begriff, durch.
Die Regelkontrolle umfasst die „fachlich qualifizierte Inaugenscheinnahme des Baumes von allen Seiten vom Boden aus“: jeder Baum wird einzeln und von allen Seiten im Kronen-, Stamm- und Wurzelbereich sowie unter Einbeziehung des Baumumfeldes visuell kontrolliert. Manchmal werden auch einfache Werkzeuge wie Schonhammer, Sondierstab und Fernglas zu Hilfe genommen.

Werden bei dieser Baumkontrolle Schäden oder andere verdächtige Umstände festgestellt, werden diese dokumentiert und ggfs. Handlungsempfehlungen zur Wiederherstellung der Verkehrssicherheit ausgesprochen. Dies kann die Fällung eines Baumes sein oder aber auch andere Maßnahmen der ZTV Baumpflege 2). Bestehen weiter Zweifel über die Verkehrssicherheit und/oder die zutreffenden Handlungsempfehlungen, können weitergehende „Eingehende Untersuchungen“ nach den FLL-Baumuntersuchungsrichtlinien erforderlich werden.

Ziel: Sicherer und ökologisch intakter Erholungswald
Die Stadt Marl hält es für eine Selbstverständlichkeit, dass sie es nicht verantworten kann, ihren Bürgerinnen und Bürgern einen Erholungswald zur Verfügung zu stellen, der nicht verkehrssicher ist. Daher werden auch die Waldbäume entlang der Waldwege auf ihre Verkehrssicherheit kontrolliert – allerdings nicht so intensiv, wie an den Waldaußengrenzen – und Maßnahmen durchgeführt.

Die Stadt Marl und der ZBH wollen, dass Waldnutzer ohne Schaden an Leib und Gesundheit zu nehmen im Wald spazieren gehen können, mit Fahrzeugen auch entlang der Waldaußengrenzen sicher fahren können und dass die Bürger auch in Zukunft einen ökologisch intakten, interessanten, naturnah und nachhaltig bewirtschafteten und klimastabilen Stadtwald haben.

1) FLL: Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e. V., www.fll.de

2) ZTV-Baumpflege: Zusätzliche technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Baumpflege, herausgegeben von der FLL