ZBH - das Unternehmen

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Der Marler Stadtwald

Im Stadtgebiet Marl gibt es rund 2 100 Hektar Wald, davon rund 320 Hektar im städtischen Eigentum. Der städtische Wald ist fast ausschließlich ein bewirtschafteter Erholungswald. Seine Funktionen sind sehr vielfältig und umfassen insbesondere ökologische und soziale Belange. So ist er gern genutzter Aufenthaltsort in der Freizeit und für den Sport und ist gleichfalls „grüne Lunge“ in der Region. Der Schutz und die Aufrechterhaltung dieser Aufgaben für die nachfolgenden Generationen ist das Oberziel der Bewirtschaftung des Marler Stadtwaldes. Grundsätzlich dienen die waldwirtschaftlichen Maßnahmen der Stadt Marl ausschließlich dem Erhalt der Wälder. Die Maßnahmen ermöglichen eine Erneuerung der Wälder aus eigener Kraft oder beseitigen Monostrukturen mit dem Ziel, Wälder mit heimischen Hölzern zu realisieren. Der Zentrale Betriebshof der Stadt Marl ist mit der Pflege der Marler Forstflächen beauftragt.

Bewirtschaftung nach Wirtschaftsplänen
Das Landesforstgesetz (§ 33) verpflichtet zudem die Gemeinden zur Bewirtschaftung ihres Waldbesitzes nach mittel- und langfristigen Betriebsplänen, deren Erfüllung wiederum durch jährliche Wirtschaftspläne sicherzustellen ist. Basis für die Bewirtschaftung ist zunächst die Forsteinrichtung. Die Forsteinrichtung ist eine auf einen Zeitraum von meist 10 bis 20 Jahren ausgelegte Beschreibung dessen, was in einem Wald passieren soll. Und zwar so, dass das festgelegte Ziel auch erreicht werden kann. Eine Forsteinrichtung wird durch darauf spezialisierte Forstleute erstellt. Diese stellen auf Basis einer von neutralen Gutachtern durchgeführten Inventur den Bestand fest und definieren abzuarbeitende Aufgaben. Für Marl hat der Rat der Stadt die Forsteinrichtung für die Zeit 1. Januar 2011 (Stichtag) bis zum 31. Dezember 2021 unter der Vorlagennummer 2012/0383 in seiner Sitzung am 25. Oktober 2012 beschlossen.
Daran anschließend und in Umsetzung der Forsteinrichtung sind Planungen anzustellen, um die aus dem aktuellen Zustandsbericht ergebenen Erkenntnisse im Hinblick auf die Betriebsziele auszurichten. Auf dieser Basis sind jährliche Forstwirtschaftspläne aufzustellen. Diese Pläne werden im dafür zuständigen Fachausschuss des Rates, dem Betriebsausschuss ZBH, Grünflächen und Verkehr, beraten und beschlossen.

Ziele des Marler Stadtwaldes
Die gesetzlichen Bestimmungen sind für den Wald in städtischen Eigentum deutlich schärfer formuliert als beispielsweise für den Privatwald: Der Wald ist im Rahmen seiner Zweckbestimmungen ordnungsgemäß und nachhaltig zu bewirtschaften. Im Fall der Stadt Marl heißt das Ziel: Wir wollen den Erholung suchenden Marler Bürgerinnen und Bürger einen abwechslungsreichen, ökologisch intakten, gepflegten, sicheren Erholungswald bieten.

Bewirtschaftung ist sinnvoll
Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass ein nicht bewirtschafteter nicht in der Lage ist, die unterschiedlichen Ansprüche an ihn zu befriedigen. So belegt eine wissenschaftliche Studie des Umweltministeriums NRW „die Bedeutung der Forst- und Holzwirtschaft in NRW für den Klimaschutz und macht deutlich, dass durch Waldwachstum bei gleichzeitig nachhaltiger Holznutzung rund 18 bis 21 Mio. t CO2 pro Jahr – das sind ca. 6 % der nordrhein-westfälischen Treibhausgasemissonen – festgelegt werden.“ Eine doch beeindruckende Zahl!
Die lesenswerte Studie* zeigt in verschiedenen Szenarien auch auf, dass ein nicht bewirtschafteter und sich selbst überlassener Naturwald keinesfalls die Klimaschutzleistungen eines bewirtschafteten Waldes erreichen kann.

Bei den Pflegemaßnahmen im Rahmen der Umsetzung der Forsteinrichtung ist es nicht erforderlich, dass die zu entnehmenden Bäume Krankheits- oder Fäulnissymptome zeigen. Es gibt eine Vielzahl von Kriterien, warum überhaupt eingegriffen wird, warum gerade dieser Baum und nicht ein anderer entnommen wird.

70 Kilometer Waldrand
Zur Bewirtschaftung der Forstflächen gehören aber auch die Wahrnehmung der Verkehrssicherungspflichten für insgesamt 70 Kilometer Waldränder durch FFH-zertifizierte Waldkontrolleure, die Herstellung und Unterhaltung der Waldwege, die Aufgaben des laufenden Betriebs und anderes. Summiert man allen Aufwand, so bildet der Erlös aus dem Holzverkauf lediglich einen geringen Kostendeckungsbeitrag.


* Wald und Klimaschutz in NRW – Beitrag des NRW Clusters ForstHolz zum Klimaschutz www.umwelt.nrw.de/fileadmin/redaktion/Broschueren/130422_nrw_cluster_forstholz_klimaschutz_kurz.pdf