ZBH - das Unternehmen

Zentraler Betriebshof Marl.

Modern. Unabhängig. Leistungsstark.

Stadt setzt auf gefiederte Hilfe

Bürgermeister Werner Arndt (3.v.r.) übergab die Nistkästen am Freitag gemeinsam mit ZBH-Chef Michael Lauche (4.v.l.) an Vertreterinnen und Vertreter des NABU Marl und Angelvereins „Zander 96“. Foto: Stadt Marl / Pressestelle.

Der Eichenprozessionsspinner hat sich zuletzt auch in Marl immer weiter ausgebreitet. Jetzt will die Stadt Blau- und Kohlmeisen anlocken, die die Raupen fressen. Für das Projekt wurden bereits zwei Kooperationspartner gefunden. In einem ersten Schritt hat die Stadt heute (06.09.) 25 Nistkästen an den NABU Marl und den Angelverein „Zander 96“ übergeben.

Großer Erfolg in Holland

Neu ist die Idee nicht. In den Niederlanden werden als unterstützende Schutzmaßnahmen bereits mehr Nistkästen aufgehängt – mit großem Erfolg. Die Meisen besetzen die Vogelhäuser und fressen die Raupen des Eichenprozessionsspinners auf. „Warum sollte man etwas Ähnliches nicht auch in Marl auf die Beine stellen können?“, fragte sich Michael Lauche, Leiter des Zentralen Betriebshofes der Stadt Marl (ZBH). Mit der Aktion führt die Stadtverwaltung einen Ratsbeschluss aus. Der Rat hatte im Juli auf Initiative der SPD-Fraktion beschlossen, geeignete Mittel zur natürlichen Beseitigung der Eichenprozessionsspinner zu prüfen und umzusetzen.

Idee passt ins Konzept

Bürgermeister Werner Arndt ist von dem Projekt begeistert: „Die Idee passt gut in unser städtisches Konzept, keine Biozide zu nutzen, sondern die natürlichen Feinde zu fördern“. Nun gilt es möglichst viele Menschen zu finden, die sich beteiligen wollen. „Wir haben bereits 100 Nistkästen gekauft, die schon bald aufgehängt werden sollen“, erklärt Michael Lauche. „NABU und Angelverein unterstützen uns dabei mit großer Tatkraft“.

Befall der Raupen minimieren

Dass die Vögel die in diesem Jahr zahlreich auftretenden Raupen des Eichenprozessionsspinners komplett in Schach halten, sei unrealistisch. „Sollte der Plan aufgehen und die Meisen Geschmack an den Raupen finden, können wir unsere präventiven Maßnahmen etwas bei Seite schieben“, erläutert der ZBH-Chef. „Eine erhöhte Population der Blau- und Kohlmeise könnte den Befall der Eichenprozessionsspinner auch in Marl minimieren“.

Ehrgeizige Ziel

Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, wurden jetzt 15 Nistkästen an den NABU Marl übergeben. Der Ortsverband hängt sie in Absprache mit dem ZBH in Marl-Sinsen auf. Um weitere zehn Vogelhäuser kümmert sich der Angelverein, der sie im Volkspark montiert. Der ZBH selbst bringt 25 Kästen auf den städtischen Friedhöfen an. Die meisten Nistkästen – 50 an der Zahl – werden entlang der Halterner Straße, dem Merkelheider Weg sowie der Lerchen-, Meisen- und Brüderstraße angebracht. Lauche: „Hier wurden zuletzt sehr viele Raupen entdeckt und teilweise entfernt“.

Mehr Mitstreiter gesucht

Bürgermeister Werner Arndt ist guter Dinge, dass das Projekt auch in Marl zündet. „Die guten Erfahrungen aus Holland haben uns ermutigt, diesen Weg ebenfalls zu gehen“, sagt er. Das Stadtoberhaupt lobt das bürgerschaftliche Engagement der Projektpartner: „Es wäre toll“, so Arndt, „wenn sich mehr Vereine und Bürger engagieren würden, um dem Eichenprozessionsspinner nachhaltig auf die Pelle zu rücken“.

Ansprechpartner im ZBH

Für weitere Informationen zum Projekt steht interessierten Bürgerinnen und Bürgern ZBH-Mitarbeiter Julian Wagner (Tel. 99-5427, E-Mail: julian.wagner@marl.de) gern zur Verfügung. Wissenswertes rund um das Thema Eichenprozessionsspinner gibt’s im Internet unter www.marl.de/zbh.