ZBH - das Unternehmen

Zentraler Betriebshof Marl.

Modern. Unabhängig. Leistungsstark.

Der neue Zentrale Betriebshof trägt seinen Namen zu Recht

Im Mai 2010 sind die Mitarbeiter der Verwaltung des Zentralen Betriebshofs der Stadt Marl (ZBH) von der Riegestraße in die neuen Büros an der Zechenstraße umgezogen.

Am Ende sind es gut 240 Frauen und Männer, die von den über das Stadtgebiet verteilten Stellen an die Zechenstraße gezogen sind.

Gebündelte Dienste an zentrale Stelle

Der Name „Zentraler Betriebshof“ war bis dahin irreführend: Denn die Bürger mussten – je nach Anliegen – entweder zur Riegestraße, zum Bauturm an der Liegnitzer Straße, zum Bauhof an der Sickingmühler Straße oder zur Elbestraße, wo die Firma PRC einen Wertstoffhof im Namen des ZBH betrieb.

Darüber hinaus gab es noch Niederlassungen an der Brassertstraße und auf den Friedhöfen. Mit der Inbetriebnahme des Neubaus haben die Marler eine Adresse, unter der die allermeisten Dienstleistungen des ZBH anzutreffen sind. Vom Neubau profitieren die Bürger und die Mitarbeiter gleichermaßen.


2007 begann die Planung des Neubaus des Zentralen Betriebshofs an der Zechenstraße 20 in Marl durch das als Generalplaner beauftragte Architekturbüro Pfeiffer-Ellermann-Preckel.

Nach einer intensiven Grundlagenermittlung in Zusammenarbeit mit dem Bauherrn und allen beteiligten Abteilungen wurde der Entwurf erarbeitet und im Juni 2008 der endgültige Bauantrag eingereicht. Im Dezember 2008 symbolisierte der erste Spatenstich den Beginn der Bauphase.

Trotz schlechter Bodenverhältnisse und eines strengen und langen Winters wurde der Betriebshof im April 2010 fertig gestellt.

Ziel der Planung war, die unterschiedlichen Sparten des ZBH - Straßenreinigung, Wertstoff- und Restmüllabfuhr, Abwasserbeseitigung, Straßenunterhaltung, Unterhaltung der Friedhöfe, Unterhaltung der öffentlichen Park- und Grünflächen, Kfz-Werkstatt, Handwerkerdienste einschließlich Schreinerei und den Fuhrpark - an einem zentralen Standort zusammenzubringen.

Durch die Kombination von Nutzungen konnte der Flächenbedarf des Betriebshofs optimiert werden. Aufgrund der Zusammenlegung entstehen Synergieeffekte - wie zum Beispiel die gemeinsame Nutzung der Sozialbereiche, Werkstätten und Lager.

Einrichtungen, die im bisherigen Zustand mehrfach vorhanden waren, können nun von allen Betrieben genutzt werden, so dass sich auch die Gebäudevolumina und somit der Energiebedarf maßgeblich reduziert haben. Die Gesamtfläche des Geländes Betriebshof und Wertstoffhof inklusive Parkplatz beträgt etwa 36 000 m².

Der Neubau des Zentralen Betriebshofs besteht aus sechs Bauteilen (A-F):

Bauteil A – Verwaltung        (dreigeschossig, 60 x 12,75 m, NGF* 2 040 m²)
Bauteil B – Werkstatt        (in Teilen zweigeschossig, 60 x 25 m, NGF 1 850 m²)
Bauteil C – Multifunktionshalle    (in Teilen zweigeschossig, 48,5 x 25 m, NGF 1 280 m²)
Bauteil D – Remise            (eingeschossig, 48,5 x 15 m, NGF 685 m²)
Bauteil E – Überdachung        (60 x 72 m, NGF 4 320 m²)
Bauteil F – Wertstoffhof        (BGF** 7 700 m²)

* NGF = Nettogrundrissfläche, ohne Konstruktionsfläche
** BGF = Bruttogrundrissfläche, einschließlich Konstruktionsfläche

Diese sechs Bauteile bilden durch ihre Anordnung auf dem Gelände und untereinander eine eindeutig ablesbare Struktur mit klaren Wegebeziehungen. Im Norden des Grundstücks – Richtung toom - befinden sich das Verwaltungsgebäude und die Remise.

Daran schließt sich zentral die große Überdachung an. Im Süden – Richtung Bunzel - befinden sich das Werkstattgebäude und die Multifunktionshalle. Der Wertstoffhof schließt sich im Osten an – ehemaliges Kraftwerksgelände -, der Parkplatz im Westen – Richtung Aldi.

Das Gelände des Betriebshofs wird zentral über eine Zufahrt von der Stichstraße „Zechenstraße“ erschlossen. Ein Parkplatz bietet Mitarbeitern und Besuchern ausreichend Stellplätze für PKW, Motorräder und Fahrräder. Es sind vier behindertengerechte Parkplätze eingerichtet. Ein barrierefreier Zugang ist über den Haupteingang der Verwaltung gewährleistet.

Das Verwaltungsgebäude bildet den Auftakt an der Einfahrt zum Gelände. Das dreigeschossige Gebäude empfängt die Besucher und die Mitarbeiter der Verwaltung mit einem offenen Foyer. Über den Aufzug und das Treppenhaus lassen sich alle Geschosse auch barrierefrei erschließen.

Im Erdgeschoß befinden sich neben zwei Büroräumen der Verwaltung mit der Abfallberatung, die Umkleidebereiche für die Mitarbeiter (180 Mitarbeiter) mit Dusch-, Wasch- und Toilettenräumen sowie ein Schwarz-Weiß-Bereich (15 Mitarbeiter) für den Abwasserbetrieb. Dieser bietet die erforderliche Trennung zur Reinigung von stark verschmutzter Arbeitskleidung.

Die Umkleide für die Damen (fünf Mitarbeiterinnen) verfügt ebenfalls über alle notwendigen Einrichtungen und Anschluss an den Schwarz-Weiß-Bereich.
Die Sozialräume werden über eine Lüftungsanlage be- und entlüftet, welche mit einer Leistung von 6 500 m³/h arbeitet. Eine Solaranlage dient der Warmwasserversorgung. Dadurch können die beiden Warmwasserspeicher mit jeweils 750 l Volumen ergänzend versorgt werden.

In beiden Obergeschossen gibt es Besprechungsräume, sowie Teeküchen und Sanitäranlagen. Die Erschließung der Geschosse erfolgt über einen zentral liegenden Flur von dem die Büros zweispännig zu erreichen sind. Insgesamt gibt es 24 Büros für ein bis zwei Mitarbeiter mit einer Größe von rund 21 m².

Im ersten Obergeschoss liegt der Pausenraum für die Belegschaft. Dieser kann über eine gesonderte Außentreppe erreicht werden und bietet Platz für maximal 100 Personen.

Zentrum des Betriebshofs ist eine große Dachkonstruktion, die als Unterstand für den Fuhrpark dient. Hier parken die Fahrzeuge in einer Schrägaufstellung, die ein geregeltes Ein- und Ausfahren gewährleistet. In der Mitte des Dachs gibt es weitere Parkplätze für kleinere Fahrzeuge, so dass insgesamt 100 Fahrzeuge abgestellt werden können.

Das Werkstattgebäude besteht aus KFZ-, Pumpen- und Schilderwerkstatt, verschiedenen Lagerflächen, einer Waschhalle und einem Waschplatz im Außenbereich.

Die Höhe des Gebäudes ergibt sich aus der Notwendigkeit einer Kranbahn und unterschiedlichen Anforderungen zur Reparatur von Fahrzeugen. Das Gebäude ist in Teilbereichen zweigeschossig, wodurch die Flächen optimal genutzt werden.

Die Werkstatt verfügt über insgesamt drei Arbeitsgruben, eine davon als Bremsenprüfstand. Die Ausstattung wurde detailliert mit Fachplanern entwickelt, um beste Arbeitsverhältnisse zu gewährleisten.

Die Wasserversorgung der Werkstatt wird durch gespeichertes Regenwasser ergänzt. Das anfallende Regenwasser des Gebäudes wird in vier Zisternen mit jeweils 20 000 l Fassungsvermögen gespeichert. Diese Speicher versorgen Teile der Werkstatt und der Waschhalle, sowie den Waschplatz im Außenbereich.

Die Multifunktionshalle ist niedriger als das Werkstattgebäude. Hier befinden sich der Handwerkerpool einschließlich der Schreinerei, sowie Lagerflächen und frostsichere Abstellflächen für Fahrzeuge des Winterdienst- und des Abwasserbetriebs.

 

 

 

Die Remise bietet zusätzliche Abstellflächen für Fahrzeuge, die abgeschlossen stehen müssen. Jedes Fahrzeug hat im hinteren Abschnitt eine eingezäunte Abstellfläche für Geräte und Materialien.

Zwischen der Remise und der Multifunktionshalle sind die Schüttgutboxen für Materialien des Straßenbaus, sowie der Standort für zwei Salzsilos (Fassungsvermögen jeweils ca. 200 m³, Durchmesser 5,50 m, Höhe ca. 19 m) angeordnet. Freiflächen werden zur weiteren Lagerung von Straßenbaumaterial genutzt.

Die Zufahrt zum Wertstoffhof erfolgt ebenfalls von der Stichstraße der Zechenstraße. Der Entwurf der Anlage orientiert sich an der dreieckigen Geometrie der Fläche und zeichnet sich durch geschwungene Formen aus. Die Aufgabenstellung der klaren Orientierung für die Bürger wird dadurch optimal gewährleistet.

Wesentliches Element ist die Trennung von internen und externen Verkehr. Das heißt, dass der Bürger auf ein 2,50 m hohes Podest fährt und von dort aus seine Wertstoffe bequem in die tiefer liegenden Container an den unterschiedlichen Stationen entsorgen kann. Von der tiefer liegenden Ebene aus werden die Container dann durch den Entsorger abtransportiert. Die Containerstellflächen erhielten einen Betonboden und Laufschienen aus Metall.

Der Bürger kann die Container trockenen Fußes befüllen, da dieser Bereich von einem Dach geschützt wird. Das Dach zeigt sich trotz seiner Konstruktion aus Stahlbeton als schwebendes Element, da dieses von nur einer Stützenreihe getragen wird.

An der Zufahrt befindet sich ein Kassenhaus, an dem die Entsorgung abgerechnet wird. Auf dem Podest befindet sich ein Schadstoffhaus, welches neben einem Lager auch den Aufenthalts- bzw. Sanitärbereich für die Mitarbeiter beherbergt. Vor dem Gebäude haben auch temporär der Umweltbrummi und die Schadstoffsammlung ihren Standort.

Die Container der Abteilung „Straßenunterhaltung“ befinden sich aufgereiht an der östlichen Grundstücksgrenze. Im südlichen Abschnitt befinden sich Container für die Sparten „Park- und Grünflächenamt“ sowie „Friedhofunterhaltung“, ein Schlammplatz für die Abteilung „Stadtentwässerung“ und der Kehrrichtplatz für die Groß- und Kleinkehrichtmaschinen.

Die konsequente Materialwahl für den Zentralen Betriebshof schafft einen Zusammenhalt der unterschiedlichen Bauteile. Als verbindende Merkmale sind Stahlbeton, Stahl, Kratzputz, Aluminiumfenster und –tore in jedem der Bauteile zu erkennen.

Die Bauteile A bis D sind im Wesentlichen aus Mauerwerk, Stahlbeton und Stahl massiv errichtet. Die Fassade besteht aus einem Wärmedämmverbundsystem mit dunkelgrauem Kratzputz.

Das Verwaltungsgebäude erhält in Teilbereichen eine Pfosten-Riegel-Konstruktion. Die Fenster bestehen aus Aluminiumprofilen. Den Anschluss zur Fassade bilden umlaufende Leibungsbleche aus Aluminium. Die Einzelfenster auf der Südfassade sind im Bereich der Büros mit einem außen liegenden Sonnenschutz ausgestattet.

Im Inneren ist die Materialwahl ebenso reduziert. Alle Wände und Decken sind weiß gestrichen. Die Böden in den Büros, Küchen und Sanitäranlagen sind nach unterschiedlichen Anforderungen mit Nadelvlies, Linoleum oder Fliesen in abgestimmten Grautönen belegt. Der Flur und der Pausenraum erhielten Deckensegel aus Heradesign-Platten und eingelassenen Lichtleisten.

Die Lichtgestaltung bewirkt in Zusammenhang mit dem Industrieparkett und den Türblättern aus Eiche eine behagliche Atmosphäre. Die Büros sind mit Akustik-Lochdecken ausgestattet. Die Möblierung nimmt die Farbgebung der Architektur auf.

Das Werkstattgebäude erhielt im oberen Abschnitt eine Profilglasfassade. Diese bringt Tageslicht in die Halle. Die Tore haben ein Lichtband auf Höhe der Fenster, welches sich in den anderen Gebäuden wiederfinden lässt und einen optischen Zusammenhalt darstellt.

Die Überdachung besteht aus 18 elliptischen Stahlbetonfundamenten mit einem integrierten Schrammbord als Anprallschutz für die darauf montierten A-förmigen Stahlstützen. Die drei Stützenreihen tragen die leichte Dachkonstruktion aus Stahlträgern und Trapezblech.

Die Fahrbahnen des Betriebshofs bestehen aus einer bituminösen Tragschicht (Bauklassen IV). Die Oberflächen des Parkplatzes sind zum Teil als wassergebundene Decke angelegt. Die Fahrbahnen des Wertstoffhofs bestehen aus einer bituminösen Tragschicht (Bauklassen III. und IV.)

Die Wände des Podestes des Wertstoffhofs sind aus Ortbeton erstellt. Das Dach ist als WU-Beton-Konstruktion errichtet. Diese Konstruktion ist wasserdicht und kommt ohne sonstige Abdichtungen aus.

Vom ersten Spatenstich im Dezember 2008 bis zum Beginn des Bezugs durch die Mitarbeiter der Verwaltung im Mai 2010 sind 18 Monate vergangen.

Verzögerungen der Bauzeit entstanden durch den langen Winter 2009/2010 und durch zum Teil schwierige Bodenverhältnisse. Der Neubau entstand auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Brassert. Die Baukosten belaufen sich auf rund 11,8 Millionen Euro.