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Eichenprozessionsspinner – das Wichtigste in Kürze

Warum gibt es jetzt so viele Eichenprozessionsspinner?
Gründe für die massenhafte Vermehrung der Tiere sind die zunehmende Anpflanzung von Eichen an Straßen in Wohngebieten, der fehlende Unterwuchs an diesen Bäumen, das milde Klima und die hohe Anpassungsfähigkeit der Tiere. Hielten natürliche Feinde die Ausbreitung der Tiere in der Vergangenheit in Schach halten, können sie mit dem enormen Zuwachs der Eichenprozessionsspinner mit mehr Schritt halten.

Warum sollte man den Kontakt mit den Raupen meiden?
Unangenehm für Mensch und Tier sind die Brennhaare der Raupen, sie lösen allergische Reaktionen aus. Die Raupen häuten sich während ihrer Metamorphose sechs Mal, ab der dritten Häutung enthalten die Brennhaare das Nesselgift Thaumetopoein. Die Haare bleiben am Körper und Kleidung hängen und werden so mit ins Haus getragen.

Wie kann man sich vor den Nesselhaaren der Raupen schützen?
⦁    Betroffene Gebiete meiden.
⦁    Auf keinen Fall die Nester oder die Tiere anfassen.
⦁    Nach dem Aufenthalt im Freien duschen – Haare nicht vergessen- oder zumindest offene Körperstellen (Arme, Nacken) waschen.
⦁    Die Kleidung bei 60 Grad waschen.
⦁    Keine Wäsche zum Trocknen im Freien aufhängen.
⦁    Fenster schließen –vor allem bei Starkem Wind.
⦁    Bei schweren allergischen Reaktionen – zum Beispiel Atemnot – sofort einen Arzt aufsuchen!

Welche Gebiete sind in Marl besonders betroffen?
Alle Stadtteile, alle Gebiete, in denen Eichen stehen.

An wen können sich Bürger wenden,
a)    wenn der Baum im öffentlichen Bereich steht?

Zentraler Betriebshof der Stadt Marl
Julian Wagner
Zechenstraße 20
45772 Marl
Telefon 99 54 27
E-Post julian.wagner@marl.de

b)    wenn der befallene Baum im eigenen Garten steht?
⦁    als Grundstückseigentümer: an einen Schädlingsbekämpfer, Baumdienstleister etc. oder selber bekämpfen
⦁    als Mieter: an den Vermieter

In welcher Reihenfolge werden die Nester des Eichenprozessionsspinners entfernt?
Es werden zunächst die befallenen Bereiche an den Schulen, Kindergärten und Spielplätzen durch die beauftragten Schädlingsbekämpfer bearbeitet. Erst danach kommen die anderen befallenen Bereiche an die Reihe.

Wie werden die Nester bekämpft?
Die Nester mit den Raupen werden mit einem speziellen Gerät abgesaugt. Das kann bei hohen Bäumen mit vielen Nestern sehr aufwändig sein. Oft müssen Hubsteiger eingesetzt werden. Nicht immer werden alle Nester gefunden oder es entwickeln sich nach dem Absaugen weitere Nester mit neuen Populationen.

Was sollten die Betroffenen machen?
⦁    Familienangehörige / Nachbarn / Passanten warnen.
⦁    Wenn der Baum im öffentlichen Raum steht: ZBH informieren
⦁    Wenn der Baum auf privatem Grund steht: siehe oben

Welche Fehler sollten sie nicht machen?
⦁    Panisch werden.
⦁    Die Tiere und die Nester berühren.
⦁    Wäsche zum Trocknen in der Nähe der Nester aufhängen.
⦁    Bei Wind direkt neben den befallenen Bäumen lüften.

Es war die Grasmilbe – nicht der Eichenprozessionsspinner

Wie erklärt es sich, dass auch Menschen diese Symptome zeigen, die sich gar nicht in der Nähe von Eichen aufgehalten haben?

Im Gras lauert die Grasmilbe
Eine plausible Erklärung ist, dass sich diese Personen im Gras oder in anderen halbhohen Gewächsen aufgehalten haben, in denen die Grasmilbe auf ihre Wirte lauert. In der trockenen sommerlichen Hitze fühlen sich die Plagegeister wohl. Im Juni und Juli schlüpfen die Tiere, klettern auf Grashalme und lassen sich auf ihre Wirte – Menschen und Tiere – fallen. Auf der Haut beißen sie sich unbemerkt fest und saugen sich mit Körperflüssigkeiten voll. Sie hinterlassen eine stark juckende Hautstelle mit mückenstichartigen Rötungen. Diese Hautveränderungen sehen denjenigen, die durch den Eichenprozessionsspinner verursacht werden, zum Verwechseln ähnlich.

Das hilft:
Auch wenn es schwer fällt, sollen die betroffenen Stellen nicht gekratzt werden. Ist die Haut erst einmal offen, kann dies zu Entzündungen führen. Empfohlen wird das Abtupfen mit 70-prozentigem Alkohol, was den Juckreiz lindert und Bakterien abtötet. Juckreizlindernde Gels können helfen, wie die Einnahme von Antihistaminika, wie sie auch Allergiker verwenden.

Im Internet gibt es unter dem Stichwort „Grasmilbe“ viele weitere Informationen über diese Tiere.

 

 

Weitergehende Informationen zum Eichenprozessionsspinner

Der Eichenprozessionsspinner ist eine Schmetterlingsart, die in Mitteleuropa nicht nur Eichen Probleme bereitet, sondern auch für Menschen Gesundheitsgefahren birgt. Es sind die giftigen Härchen der Raupen, die bei Hautkontakt oder durch Einatmen zu allergischen Reaktionen führen. Gerade die von Erholungssuchenden bevorzugten Waldrandlagen, lichte Baumbestände oder auch gut besonnte Einzelbäume in Parkanlagen und Wohngebieten können durch den Eichenprozessionsspinner besiedelt werden.

Biologie
Der einheimische, unscheinbare, nachts fliegende Falter erreicht eine Flügelspannweite von 25 bis 30 mm. Die Vorderflügel sind hellgrau mit schwach ausgeprägten dunklen Querlinien, die Hinterflügel weißgrau. Der Falterflug findet von Juli bis Anfang September statt. Nach dem Hochzeitsflug legt das Weibchen 30 bis 300 Eier in Form von länglichen Platten an dünnen Zweigen in den Oberkronen von Eichen ab. Die Eigelege sind gut getarnt und überwintern auf diese Weise. Gespinstnest Im Frühling, d.h. beim Austreiben der Eichenblätter, schlüpfen die Raupen. Die stark behaarten, zunächst gelblich-braunen Jungraupen werden später schwärzlich-blaugrau und maximal 5 cm lang. Bis zur Verpuppung im Juni/Juli durchlaufen sie sechs Larvenstadien. Ab dem 3. Stadium entwickeln die Larven giftige Brennhaare. Die gesellig fressenden Tiere können an den Eichen völligen Kahlfraß verursachen.

Im späten Larvenstadium legen sie typische, bis einen Meter lange Gespinstnester in Astgabeln und auf den Stämmen an, die sie dann nur noch nachts in langen, mehrreihigen Prozessionen zur Nahrungsaufnahme verlassen. Die Nester bleiben nach dem Schlupf der Falter als feste Gebilde mit Häutungsresten und Raupenkot erhalten, ohne dass die darin befindlichen Haare ihre allergische Wirkung verlieren. So geht von diesen verlassenen Raupennestern noch über lange Zeit Gefahr aus. Eigelege Verbreitung Der Eichenprozessionsspinner ist in Mitteleuropa beheimatet und kommt hier an den verschiedenen Eichenarten vor. Er schätzt warm-trockenes Klima und ist somit in Regionen mit Weinbau verbreitet, zeigt aber auch lokales Vorkommen im Norden, z.B. in Brandenburg. Seit Mitte der 90-er Jahre ist ein verstärktes Auftreten dieses Schmetterlings in Deutschland zu beobachten. Ein weiterer Anstieg der Populationsdichte des Schmetterlings ist nach dem extrem warmen und trockenen Sommer 2003 erfolgt.

Gegenmaßnahmen
Im Interesse des Waldschutzes wird eine Bekämpfung nur dann erwogen, wenn andere Schädlinge, wie z.B. der Schwammspinner, gleichzeitig auftreten. Die Maßnahmen sind eher auf öffentliche Grünbereiche beschränkt und hygienisch begründet. Eine Behandlung mit zugelassenen Insektiziden (z.B. Bacillus thuringiensis-präparaten) ist eingeschränkt möglich und kann nur in einem engen Zeitfenster vor dem 3. Larvenstadium wirksam erfolgen, wenn die toxischen Raupenhaare noch nicht ausgebildet sind. Die ökologischen Auswirkungen gegenüber anderen Insekten müssen dabei sehr genau gegenüber dem zu erwartenden Erfolg abgewogen werden. Bewährt hat sich die mechanische Beseitigung der Nester mit geeigneten Industriestaubsaugern. Die Raupenhaare werden hierbei vollständig abgesaugt, ausgefiltert und können anschließend in einer Müllverbrennungsanlage entsorgt werden. Derartige Arbeiten sollten nur von Fachleuten in vollständig abgeschlossenen Schutzanzügen und mit Atemschutz durchgeführt werden. Bei Kontakt mit Raupenhaaren ohne Schutzanzug ist intensives Duschen und Waschen der Kleidung ratsam.

Baumschäden und gesundheitliche Gefahren
Der Schaden durch Blattfraß ist bei einmaligem Kahlfraß gering, da die Eichen ein hohes Regenerationsvermögen besitzen. Bei mehrmaligem starkem Fraß wird die Vitalität so geschwächt, dass die Bäume gegenüber anderen Stressfaktoren und Schädlingen anfälliger sind und es nicht nur zu Zuwachsverlusten, sondern gelegentlich auch zum Absterben kommen kann. Die gesundheitliche Gefährdung für den Menschen geht von den Haaren der älteren Raupen aus. Diese Haare sind nur ca. 2 bis 3 mm lang, mit Widerhaken versehen und enthalten das Nesselgift Thaumetopoein. Die feinen Brennhaare können bei günstiger Witterung und Luftströmung über weite Strecken getragen werden und brechen leicht. Unmittelbar nach dem Hautkontakt entwickelt sich ein unangenehmer Juckreiz, dem ein Ausschlag folgt. Neben einer Hautentzündung können Quaddeln oder anhaltende Knötchen auftreten, die an Reaktionen auf Insektenstiche erinnern. Bei Kontakt mit den Augen kommt es häufig zu Reizungen, bei Einatmen zur Reizung der oberen Atemwege, die bei entsprechender Vorbelastung zu Atemnot führen kann. Es sind aber auch Allgemeinsymptome (Schwindel, Benommenheit, Fieber) möglich. Die meisten Reaktionen klingen nach 1 bis 2, höchstens nach 7 Tagen von selbst ab. Bei Auftreten entsprechender Krankheitserscheinungen sollte ein Arzt aufgesucht werden. Die Patientin/der Patient sollte dabei von sich aus auf den Kontakt mit den Raupenhaaren hinweisen. Ausschlag

Als Vorsichtsmaßnahmen werden empfohlen:
Grundsätzlich die Befallsareale meiden. Raupen und Gespinste nicht berühren. Kleiderwechsel und Duschbad mit Haarreinigung nach Kontakt mit Raupenhaaren. Kleidung waschen. Die Raupenhaare reichern sich besonders im Unterholz sowie im Bodenbewuchs an und haften an Kleidern und Schuhen. Sie können so bei Hautkontakt immer wieder neue Reaktionen auslösen, auch nach Monaten bis zu einem Jahr.

Fragen oder Meldungen zum Eichenprozessionsspinner
Zentraler Betriebshof der Stadt Marl
Julian Wagner
Zechenstraße 20
45772 Marl
Telefon 99 54 27
E-Post julian.wagner@marl.de